Papageienhilfe Aachen e.V.
33. Ausgabe 3/02
Für Freunde und Mitglieder

Papageienhilfe Aachen e.V.

| Inhatsverzeichnis - Ausgabe 33 |
| 1. Liebe Mitglieder und Freunde | 2. Papageienstaub, die fast unsichtbare Gefahr | 3. Coco geht ein Licht auf |

Papageienstaub, die fast unsichtbare Gefahr Mögliche Gesundheitsgefahren bei der Haltung von Papageien

Die Atmung des Menschen ist ein lebensnotwendiger Vorgang. Wir atmen ein Luftgemisch aus ca. 21% Sauerstoff, 78% Stickstoff und ca. 1% Edelgasen ein. In den Lungenbläschen, den allerletzten Enden der wie eine Baumwurzel verzweigten Bronchien findet ein Gasaustausch statt. Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft wird an die roten Blutkörperchen abgegeben und in den Kreislauf transportiert. Mit "verbrauchtem" Blut wird Kohlendioxid aus dem Blut entnommen und anschließend ausgeatmet. Die Durchlässigkeit der Lungenbläschen stellt den Dreh- und Angelpunkt einer gesunden Atmung dar. Die Atemwege, Mund, Nase, Luftröhre und Bronchien erfüllen zusätzlich die wichtige Aufgabe, die winzigen Lungenbläschen ( in jedem der 2 Lungenflügel ca. 2 Millionen) vor dem Eindringen von Fremdkörpern= Stäuben zu schützen. Das gelingt leider nicht vollkommen. Extrem feine Stäube können bis in die kleinsten Verästelungen der Lunge vordringen. Leider gehören Papageien, hier besonders der Graupapagei und der Kakadu zu Vögeln, die solche feinsten Stäube in größerem Maße erzeugen.

Diese Stäube können eine ernsthafte Erkrankung hervorrufen:
Die Vogelhalterlunge (Alveolitis)

Als Auslöser fungieren Eiweißbestandteile von Federn und Gefiederstaub. Man schätzt, das ca. 6 % der Halter solcher Vögel erkranken. Die Zeit bis zum Ausbruch kann zwischen 4 Wochen und 50 Jahren liegen. Selbst im Blut von gesunden Papageienhaltern kann man zu 20-40-% körpereigen gebildete Blutbestandteile ( Antikörper ) gegen Vogeleiweiß nachweisen.

Erste Anzeichen einer Erkrankung sind, dass während und nach dem Aufenthalt bei Papageien der Erkrankte schlechter Luft bekommt. Durch den Kontakt mit den Gefiederbestandteilen kommt es im weitern Verlauf zu einer Verdickung der Lungenbläschen, dadurch wird der Gasaustausch, nicht reparabel, immer weiter erschwert.

Das führt dazu, dass sehr schwer Erkrankte ständig auf Sauerstoffgeräte angewiesen sind.

Eine ernste Erkrankung also, die uns Papageienhalter nachdenklich machen sollte. Was ist zu tun?

Vorbeugen ist besser als heilen! Wichtigste Maßnahme:
Staubanfall bei der Papageienhaltung verringern!

  1. Staubsaugen, Offenhaltung, häufige feuchte Reinigung- Maßnahmen mit geringer Wirkung, unwirksam gegen schwebende Stäube.
     
  2. Luftbefeuchter - Gegen eine ständig mit Wasser bespülte Filtermatte wird Raumluft geblasen, Staubpartikel setzen sich ab und werden mit dem Wasser in einen Behälter gespült. Positiv: Die Luftfeuchtigkeit wird erhöht, Stäube werden gut entfernt. Negativ: Keime, Bakterien und Stäube sammeln sich im Wasserbehälter, eine regelmäßige Reinigung ist daher dringend erforderlich. Der Stromverbrauch beträgt ca. 20 Watt, Geräuschbildung, daher nicht unbedingt empfehlenswert.
     
  3. Salzlampen erzeugen durch eine Glühlampe in Inneren eines Salzgesteins Wärme, dadurch werden negative Ionen freigesetzt, die sich mit positiven, staubbeladenen Ionen verbinden, zusammenklumpen und dadurch nicht mehr schweben, sondern zu Boden sinken. Positiv: Dekorative Beleuchtung mit Staubbindeeffekt. Negativ: Stromverbrauch ca. 25 Watt und höher, Wirkungsgrad nicht sehr hoch, für die Papageienhaltung kaum ausreichend, daher nicht unbedingt zu empfehlen.
     
  4. Ionisatoren sind Geräte, die auf elektrischem Weg negativ geladene Ionen in höchster Anzahl erzeugen. Diese Geräte binden selbst bei stärkster Staubbelastung auch in größeren Räumen sehr sicher Stäube, die dann durch ihre neue Schwere zu Boden sinken und dort entfernt werden können. Es gibt unterschiedliche Gerätetypen in unterschiedlichen Leistungsstufen, man sollte jedoch Geräte mit hoher Leistung bevorzugen. Positiv: Sehr hohe Wirksamkeit, geräuschlos, geringer Wartungsaufwand, hohe Lebensdauer da keine Verschleißteile, geringste Stromkosten ( 0,5 - 2 Watt ), geringe Geräteabmessung mit ca. 20x10x10xcm., Kosten ca. € 60,00-90,00.

Also, guter Rat: Papageienstaub vermeiden, Papageien sind wunderbare Tiere und Ionisatoren schützen den Halter und seine Familie.

Wir danken Herrn Ressel vom Verein der Papageienfreunde Rhein-Ruhr e.V. für diesen Beitrag!

Kontaktadressen:
www.papageienverein.de
wolfgang.resselt@t-online.de

 

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